🔍 Recherchen
Fundierte Recherchen als Grundlage für sichere Entscheidungen
Warum Recherchen unverzichtbar sind
Bevor Sie in die Ausarbeitung und Anmeldung eines Schutzrechts investieren, lohnt sich ein genauer Blick auf den Stand der Technik und die Schutzrechtslage. Eine professionelle Recherche schützt Sie vor teuren Überraschungen – und gibt Ihnen die Sicherheit, auf solider Grundlage zu entscheiden.
Die vier Recherche-Arten
📚 Patentrecherche (Stand der Technik)
Systematische Durchsuchung nationaler und internationaler Patentdatenbanken, um den aktuellen Stand der Technik in einem bestimmten Gebiet zu erfassen. Grundlage für Strategieentscheidungen und die Ausarbeitung von Schutzrechtsanmeldungen.
🆕 Neuheitsrecherche
Gezielte Suche vor einer geplanten Schutzrechtsanmeldung: Gibt es bereits identische oder sehr ähnliche Lösungen? Das Ergebnis entscheidet, ob eine Anmeldung sinnvoll ist – und wie die Ansprüche formuliert werden sollten.
® Markenrecherche
Prüfung nationaler und europäischer Markenregister auf ältere identische oder verwechslungsfähige Marken. Unverzichtbar vor der Anmeldung, um Widerspruchsverfahren und Löschungsrisiken zu vermeiden.
⚖️ Verletzungsrecherche (Freedom to Operate)
Klärt, ob ein geplantes Produkt oder Verfahren möglicherweise in bestehende fremde Schutzrechte eingreift. Besonders wichtig vor Markteinführungen, Investitionen und Kooperationen.
Patentrecherche – Stand der Technik
Die Patentrecherche zum Stand der Technik verschafft einen systematischen Überblick darüber, was auf einem technischen Gebiet bereits bekannt und geschützt ist. Sie ist die Basis für:
- Die Beurteilung der Schutzfähigkeit einer Erfindung
- Die strategische Ausrichtung einer Patentanmeldung
- Technologiemonitoring und Wettbewerbsbeobachtung
- Lizenzierungsentscheidungen
Durchsucht werden u.a. die Datenbanken des DPMA, EPA (Espacenet), WIPO (PatentScope) sowie nationale Ämter in den USA, China, Japan und weiteren Ländern.
Neuheitsrecherche vor der Anmeldung
Die Neuheitsrecherche ist die gezielte Vorabprüfung einer konkreten Erfindung. Sie beantwortet die entscheidende Frage: Ist die Erfindung neu und erfinderisch genug für eine erfolgreiche Anmeldung?
Markenrecherche
Vor jeder Markenanmeldung sollte geprüft werden, ob ältere Marken existieren, die der geplanten Marke ähnlich sind. Ohne Recherche riskieren Sie:
- Ein Widerspruchsverfahren durch den Inhaber der älteren Marke
- Die Löschung Ihrer frisch eingetragenen Marke
- Abmahnungen und Unterlassungsansprüche bei bereits erfolgter Nutzung
Die Recherche umfasst je nach Bedarf das DPMA-Register (Deutschland), das EUIPO-Register (EU) sowie das WIPO-Register (international).
Verletzungsrecherche (Freedom to Operate)
Die Freedom-to-Operate-Analyse (FTO) klärt, ob ein geplantes Produkt, Verfahren oder eine Dienstleistung in bestehende fremde Patente oder andere Schutzrechte eingreift. Sie ist besonders relevant:
- Vor der Markteinführung eines neuen Produkts
- Bei Investitionsentscheidungen und Unternehmenskäufen
- Vor dem Abschluss von Lizenzverträgen
- Bei der Planung von Produktionsverlagerungen in neue Länder
Ungefähre Kostenrahmen
Die Kosten variieren je nach Umfang, technischem Gebiet und Anzahl der zu durchsuchenden Datenbanken. Hier sind Richtwerte (Anwaltshonorar, ohne Datenbankgebühren):
| Leistung | Ungefährer Kostenrahmen |
|---|---|
| Neuheitsrecherche (einfaches technisches Gebiet) | 500 – 1.200 € |
| Neuheitsrecherche (komplexes technisches Gebiet) | 1.200 – 2.500 € |
| Patentrecherche (Stand der Technik, Überblick) | 800 – 2.000 € |
| Markenrecherche (DE oder EU) | 400 – 800 € |
| Markenrecherche (DE + EU kombiniert) | 700 – 1.200 € |
| Freedom-to-Operate-Analyse (einfach) | 1.500 – 3.500 € |
| Freedom-to-Operate-Analyse (umfangreich) | 3.500 – 8.000 € |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nein – rechtlich vorgeschrieben ist sie nicht. Das Patentamt führt seine eigene Recherche im Prüfungsverfahren durch. Eine eigene Vorabrecherche ist aber dringend empfehlenswert: Sie vermeidet böse Überraschungen im Prüfungsverfahren, spart Kosten bei der Anspruchsformulierung und gibt Ihnen eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten.
Grundsätzlich ja – Datenbanken wie Espacenet (EPA) oder DPMAregister sind öffentlich zugänglich. Allerdings erfordert eine professionelle Recherche Erfahrung in der Suchstrategie, der Auswahl der richtigen Klassifikationen (IPC, CPC) und der Bewertung der Treffer. Eine unvollständige Recherche kann trügerische Sicherheit erzeugen – das ist oft schlimmer als gar keine Recherche.
Eine einfache Neuheitsrecherche ist oft in 3–7 Werktagen abgeschlossen. Umfangreichere Stand-der-Technik-Recherchen oder FTO-Analysen können 2–4 Wochen in Anspruch nehmen, je nach Komplexität des technischen Gebiets und Anzahl der zu prüfenden Schutzrechte.
Sie erhalten einen schriftlichen Recherchebericht mit einer Zusammenfassung der relevanten Treffer, einer Bewertung der Situation und – je nach Recherchetyp – einer Handlungsempfehlung. Bei Neuheitsrecherchen fließt das Ergebnis direkt in die Strategie der geplanten Anmeldung ein.
Nein – eine absolute Garantie gibt es nicht, da nicht alle Schutzrechte vollständig veröffentlicht sind (z.B. noch nicht veröffentlichte Anmeldungen innerhalb der 18-monatigen Geheimhaltungsfrist). Eine sorgfältige FTO-Analyse minimiert das Risiko jedoch erheblich und ist heute als Standard-Due-Diligence-Maßnahme anerkannt.
Zusammenfassung
Recherchen sind keine Zusatzleistung – sie sind ein unverzichtbarer erster Schritt für jede fundierte Schutzrechtsstrategie. Ob vor einer Anmeldung, vor einer Markteinführung oder zur Wettbewerbsbeobachtung: Das Wissen über die Schutzrechtslage ist bares Geld wert.
Ich berate Sie gerne zu:
- Welche Recherche für Ihre Situation sinnvoll ist
- Umfang und Kosten im Voraus
- Interpretation und strategische Nutzung der Ergebnisse